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EU-China-Einigung im Oktober 2026: Was sie für Textilimporteure bedeutet

Die Gespräche in Peking am 8. und 9. Oktober enden mit einer gemeinsamen Erklärung. Für Bekleidung ändert sich vorerst nichts, entschieden ist der Streit aber nicht.

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12.10.2026Branchen-News4 Min. LesezeitBen Detert
EU-ChinaZollpolitikTextilimportHandelsschutz
In diesem Beitrag
Was in Peking vereinbart wurdeTextilien kommen in der Erklärung nicht vorWas heute für den Textilimport aus China giltWarum der Handelsstreit nicht vorbei istWas das für Importeure bedeutet
Kurz gefasst

Die EU und China haben sich am 9. Oktober 2026 auf eine gemeinsame Erklärung mit 16 Punkten geeinigt. Im Kern geht es um Hybridautos, Seltene Erden und Zollsenkungen für EU-Exporte nach China. Textilien und Bekleidung kommen darin nicht vor. Für den Textilimport aus China gelten die bisherigen Zollsätze unverändert weiter. Offen ist, wie die EU-Staats- und Regierungschefs das Ergebnis am 15. und 16. Oktober bewerten.

Vor einer Woche haben wir beschrieben, was vor den Gesprächen in Peking über mögliche neue Zölle bekannt war (EU-China-Zölle auf Textilien). Jetzt liegt das Ergebnis vor. Für alle, die Bekleidung aus China importieren, ist die wichtigste Nachricht eine Lücke: Textilien stehen nicht in der Vereinbarung. Wir ordnen ein, was beschlossen wurde, was offen bleibt und was Sie für Ihren Textilimport aus China daraus ableiten können. Stand ist der 12. Oktober 2026.

Was in Peking vereinbart wurde

EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič und Chinas Handelsminister Wang Wentao haben sich am 8. und 9. Oktober zur zweiten Runde ihrer Handels- und Investitionskonsultationen getroffen. Am Ende stand eine gemeinsame Erklärung mit 16 Punkten, die die EU-Kommission am 9. Oktober veröffentlicht hat (EU-Kommission). Drei davon hat Šefčovič selbst als die wichtigsten herausgestellt (Eunews, 09.10.2026):

  • Hybridautos: China soll seine Exporte von Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeugen in die EU WTO-konform drosseln. Nach Šefčovičs Darstellung könnten die chinesischen Exporte dadurch um mehr als die Hälfte sinken. Details nannte er kaum.
  • Seltene Erden: China will Exportlizenzen für Seltene Erden und Permanentmagnete über ein beschleunigtes Verfahren erteilen. Die EU sagt im Gegenzug zu, bestimmte Lizenzen für Dual-Use-Güter vorrangig zu bearbeiten.
  • Marktzugang: China prüft, die Meistbegünstigungszölle auf einige EU-Produkte zu senken, etwa Autoteile, Olivenöl und Schuhe. Diese Exporte haben laut Šefčovič ein Volumen von fast 4 Milliarden Euro, die Zollersparnis läge bei mindestens 225 Millionen Euro.

Die übrigen Punkte betreffen unter anderem Medizinprodukte, Agrarexporte, Kosmetik- und Arzneimittelregeln, geistiges Eigentum und die WTO-Reform. Šefčovič sprach vom Abschluss einer „ersten Verhandlungsphase“.

Textilien kommen in der Erklärung nicht vor

Wir haben alle 16 Punkte gelesen. Bekleidung, Textilien und Stoffe werden nicht erwähnt, ebenso wenig Antidumpingverfahren gegen Konsumgüter. Schuhe tauchen nur in der Gegenrichtung auf, als EU-Produkt, das in China günstiger verzollt werden könnte. Auch der Bericht von Euronews zum Ergebnis nennt keine Maßnahmen zu Textilien (Euronews, 09.10.2026).

Das ist bemerkenswert, weil die Kommission Textilien noch am 1. Oktober vor dem Handelsausschuss des Europaparlaments als eine der Branchen mit besonders starkem Importzuwachs aus China genannt (MS Aktuell, 04.10.2026). Eine konkrete Maßnahme folgte daraus bisher nicht.

Was heute für den Textilimport aus China gilt

Für Ihre Kalkulation ändert die Einigung nichts. Es gelten weiter die regulären EU-Zollsätze nach Zolltarifnummer. Für ein Baumwoll-T-Shirt mit dem HS-Code 6109 10 sind das 12 Prozent (zolltarifnummer.com, aktualisiert 16.07.2026). Andere Artikel können anders verzollt werden. Verbindlich ist die Auskunft aus der Zolltarifdatenbank der EU oder vom Zoll.

Dazu kommt wie bisher die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent, die Sie als vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen zurückholen. Wie sich Zoll, Fracht und Steuer zu einem vollständigen Stückpreis zusammensetzen, zeigen wir im Beitrag zu den Importkosten aus China.

Warum der Handelsstreit nicht vorbei ist

Die Einigung ist ein Zwischenstand. Das Handelsdefizit der EU mit China liegt laut Euronews bei rund einer Milliarde Euro pro Tag, und daran ändern Hybridautos und Olivenöl wenig. Deutschland und Frankreich hatten vor den Gesprächen schärfere Instrumente gegen unfaire Handelspraktiken gefordert, bis hin zu einer Begrenzung des Zugangs zum Binnenmarkt. Vertreter von 44 europäischen Industriezweigen hatten ebenfalls eine wirksame Antwort verlangt. Šefčovič selbst kündigte an, die EU werde ihre eigenen Instrumente nutzen, wenn der Dialog keine Ergebnisse liefert.

Drei Termine sollten Sie im Blick behalten:

  • 15. und 16. Oktober 2026: Der Europäische Rat in Brüssel bewertet das Ergebnis. Danach dürfte klarer werden, ob die EU auf dieser Grundlage weiterverhandelt oder härter auftritt.
  • Januar 2027: Šefčovič und Wang Wentao wollen sich per Videokonferenz erneut abstimmen.
  • März 2027: Die dritte Runde der Handels- und Investitionskonsultationen ist geplant.

Was das für Importeure bedeutet

Kurzfristig gibt es keinen Grund, Bestellungen hektisch vorzuziehen oder zu stoppen. Die laufenden Aufträge werden zu den bekannten Sätzen verzollt. Wer aber für das erste Halbjahr 2027 plant, sollte mit etwas Unsicherheit rechnen. Wir empfehlen drei Schritte:

  • Zolltarifnummer jedes Artikels festhalten. Nur dann können Sie schnell prüfen, ob eine künftige Maßnahme Ihre Ware trifft.
  • Die Ergebnisse des EU-Gipfels am 16. Oktober abwarten, bevor Sie größere Mengen für das Frühjahr fest einplanen.
  • Aufträge für die Zeit nach dem chinesischen Neujahr früh fixieren. Das Fest fällt auf den 6. Februar 2027, viele Werke pausieren rund um das Fest mehrere Wochen.

Bei DS Trading klären wir den HS-Code vor der Auftragserteilung und rechnen Zoll und Einfuhrumsatzsteuer direkt in das Angebot ein, siehe Leistungen. Sollte sich nach dem Gipfel etwas an der Lage für Bekleidung ändern, ergänzen wir diesen Beitrag. Wenn Sie eine konkrete Bestellung durchrechnen lassen wollen, schreiben Sie uns über die Kontaktseite.

Nachtrag vom 16.10.2026: Was der EU-Gipfel in Brüssel zu China ergeben hat, lesen Sie im Beitrag EU-Gipfel zu China.

FAQ

Häufige Fragen

Gibt es nach der Einigung neue Zölle auf Textilien aus China?

Nein. Die gemeinsame Erklärung vom 9. Oktober 2026 nennt keine Maßnahmen zu Textilien oder Bekleidung. Es gelten die regulären EU-Zollsätze, etwa 12 Prozent für Baumwoll-T-Shirts.

Was haben die EU und China im Oktober 2026 vereinbart?

Im Kern drei Punkte: weniger chinesische Hybridauto-Exporte in die EU, schnellere Exportlizenzen für Seltene Erden und niedrigere chinesische Zölle auf einige EU-Produkte. Insgesamt umfasst die Erklärung 16 Punkte.

Kann sich die Lage für Bekleidung noch ändern?

Ja. Die EU-Staats- und Regierungschefs bewerten das Ergebnis am 15. und 16. Oktober. Die Kommission hat Textilien als Branche mit starkem Importzuwachs genannt und hält sich weitere Schutzinstrumente offen.

Belege

Quellen

  1. Joint Statement at the second meeting of the EU-China Trade and Investment ConsultationsEuropäische Kommission · 09.10.2026 · Zugriff 12.10.2026
  2. EU and China clinch deal over cars after heated trade talks as Brussels pushes to rebalance tradeEuronews · 09.10.2026 · Zugriff 12.10.2026
  3. EU and China reach agreement on hybrid carsEunews · 09.10.2026 · Zugriff 12.10.2026
  4. China-Importe steigen stark: EU bereitet weitere Schutzmaßnahmen vorMS Aktuell · 04.10.2026 · Zugriff 12.10.2026
  5. Zoll China & Zolltarifnummer China 2026zolltarifnummer.com · aktualisiert 16.07.2026 · Zugriff 12.10.2026
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